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Situationsansatz

Der Situationsansatz stellt das Kind mit seiner Familie in den Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit. Er geht von gleichen Bildungs- und Beteiligungsrechten von allen Kindern aus. Das inhaltsreiche Leben selbst dient als Grundlage des lebenslangen Lernprozesses. Auf der Grundlage einer fundierten Beobachtung wird gemeinsam mit den Kindern das Leben in und um die Kita gestaltet. Die pädagogischen Fachkräfte haben die Aufgabe, den Kindern ein verlässlicher Beziehungs- und Bildungspartner zu sein. Eltern sind bewusst eingeladen, das Leben in der Kindertagesstätte aktiv mitzugestalten, eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft wird gelebt.                                                                                               

Wir haben uns entschieden nach dem Situationsansatz zu arbeiten, weil wir die Lebenssituationen der Kinder und ihrer Familien als Ausgangsbasis für die Entwicklung der Kinder sehen. Wir sehen uns in der Verpflichtung, die individuellen Bedürfnisse der Kinder wahrzunehmen und in unsere pädagogischen Überlegungen mit einzubeziehen. Der Situationsansatz gibt uns die notwendigen Arbeitsmittel, um unserem Anspruch gerecht zu werden.

Bildungsorte

Unsere Bildungsorte laden die Kinder zum Entdecken, Experimentieren und selbst Erkunden ein. Sie stimulieren das eigenaktive und kreative Tun der Kinder. Durch genaue Beobachtung werden Räume mit den Kindern gemeinsam geschaffen und verändert. Sie dienen als Begegnungsstätte für alle Kinder der Einrichtung (z.B. das Außengelände). Um die Bildungsräume eigenständig nutzen zu können, werden die Kinder von den Fachkräften eingeführt und begleitet. Es werden klare Regeln abgesprochen die für die Sicherheit der Kinder von Bedeutung sind. Nicht Einhalten von Regeln führt in der Konsequenz dazu, dass ein Kind bestimmte Räume nicht eigenständig nutzen darf.

Die Krippenkinder erkunden die Räume gemeinsam mit ihren zuständigen Fachkräften. Zunehmend dürfen sie bestimmte Bereiche auch selbstständig nutzen (z.B. Flur) oder in Begleitung der Kinder aus den altersgemischten Gruppen teilhaben (z.B. Turnraum).

Atelier:

Im Atelier können sich die Kinder bildnerisch kreativ entfalten. Die Fachkräfte geben ihnen dazu in Einführungsprojekten (z.B. Malwerkstatt) verschiedene Techniken an die Hand, mit denen die Kinder in der Folge selbststätig den Raum nutzen können. Im Vordergrund steht dabei der Malprozess, nicht das Produkt, so dass Kinder Zutrauen in die eigenen Fertigkeiten und Ausdrucksfähigkeit erleben dürfen.

Kreativwerkstatt:

In gut sortierten Boxen stehen den Kindern unterschiedliche Materialien (z.B. Wolle, Pailletten, Becher, Stifte, Stöcke, Karton, Federn u.v.m.) zum freien Gestalten zur Verfügung. An der Werkbank werden Arbeiten mit Hammer, Feile, Säge und anderem ausgeführt. Die Kinder werden in die Handhabung der Werkzeuge eingeführt und erhalten die Gelegenheit, eigenaktiv ihre Gestaltungsideen umzusetzen. Dabei werden Schwierigkeiten gemeistert und zum Teil mit Unterstützung der Fachkräfte neue Lösungswege für vielfältige Herausforderungen gefunden. Sie machen hier ihre ersten Erfahrungen mit Konstruktion und Technik.

Baustellen:

Durch verschiedenes Konstruktionsmaterial in unseren Baubereichen konstruieren Kinder eigene Fantasiegebilde, sie bauen Höhlen, Häuser, Türme, Brücken und vieles mehr. Dadurch machen sie vielfältige Erfahrungen mit geometrischen Figuren, sie lernen Zusammenhänge kennen. Sie erfahren was zusammen hält und was auseinander bricht. Sie lernen durch eigenes Tun wie man Steine aufeinandersetzt damit der Turm möglichst hoch wird usw. Diese ersten Erfahrungen mit Mathematik, Physik und Technik geben den Kindern die Grundlagen für ein späteres Verständnis von naturwissenschaftlichen Phänomenen.

Bibliothek:

In der Bibliothek gibt es Bilderbücher zu vielen verschiedenen Bereichen. Die Kinder können dort die zu ihren Themen passenden Bücher auswählen, darin blättern, sich die Bücher gegenseitig vorstellen oder sich die Bücher von den Erwachsenen vorlesen lassen. Sie erfahren, dass Bücher eine wichtige Funktion als Medium haben. Darüber hinaus machen sie erste Erfahrungen mit der Schriftsprache und können sich am vorhandenen Schreibtisch darin üben. Die einzelnen Buchstaben finden sich in verschiedenen Varianten im Raum wieder. Der Raum dient zudem als Rückzugsort, hier kann ganz in Ruhe in Büchern geschmökert oder CDs gelauscht werden.

Rollenspiel/ Flur:

Wir stellen den Kindern den gesamten Flurbereich zum Rollenspiel zur Verfügung. Die bewusst mit realen Alltagsgegenständen eingerichtete Rollenspielecke und der von den Kindern geplante und mitgestaltete Einkaufsladen animieren zum komplexen Rollenspiel, in welchem die Kinder erlebte Situationen nachspielen um unbewusst die eigene Lebenssituation besser zu verstehen, neu wahrzunehmen und dadurch auch differenzierter zu durchschauen. Im Alltag beobachten wir, dass sich Kinder aus allen Gruppen im gesamten Flur begegnen um ihren Spielideen nachzugehen. Sie üben sich in der Auseinandersetzung mit anderen aktiv in ihren sprachlichen, sozialen, emotionalen und kognitiven Kompetenzen.

 Turnraum:

Unser Turnraum gibt den Kindern durch die anregungsreichen Materialien die Gelegenheit, ihr motorisches Können zu üben und zu erweitern. Die Schaumstoffelemente laden die Kinder ein, sich vielfältige Bewegungslandschaften zu bauen und ihre Geschicklichkeit daran zu üben. Sie bauen sich Unterschlupfe, Balancierstrecken, Hüpfgelegenheiten, sie schwingen an den Ringen und klettern die Leiter hoch. Im Alltag dürfen die Kinder den Raum auch selbstständig nutzen, die Regeln sind mit allen Kindern ganz klar abgesprochen. Dadurch können die Kinder ganzjährig ihren Bewegungsdrang ausleben und ihre motorische Entwicklung intensiv vorantreiben. Sie erleben ihre Selbstwirksamkeit, sie üben ihre Selbsteinschätzung und sie übernehmen Eigenverantwortung für ihr Tun und Handeln.

 Außengelände:

Unser Außengelände steht den Kindern ganzjährig zur Verfügung, sie können nach Absprache den Garten in kleinen Gruppen oder alleine selbstständig nutzen.

Wir haben bei der Gestaltung darauf geachtet, möglichst viele Entwicklungsbereiche der Kinder anzusprechen. Wir sind uns darüber bewusst, dass die Kinder in der Villa Unibunt das Außengelände brauchen, um ungestört und ungeachtet der Erwachsenenvorstellungen ihre Spielfantasien umsetzen zu können. Dazu gehört es auch, im Garten nach Schätzen zu suchen und dabei Löcher zu graben, Pflanzen zum Kochen zu verwenden und deshalb abzureißen und Wasser in allen Pfützen und Behältnissen zum Experimentieren zu verwenden. Wir setzen den Kindern bewusst Grenzen, wenn Gesundheits- oder Sicherheitsrisiken bestehen oder wenn Material zerstört werden könnte. Deshalb werden z.B. die Matschkuhlen bei kaltem Regenwetter abgedeckt, bei warmem Wetter dürfen Kinder darin matschen.

Wir beobachten, dass die Kinder sich draußen völlig unbeschwert ihren Neigungen hingeben und gemeinsam wichtige Lernerfahrungen in unterschiedlichsten Bereichen machen, weil sie wissen, dass ihre Erfahrungen in der Villa Unibunt als wichtig und bedeutsam angesehen werden.

Der Sandkasten wird von allen Kindern intensiv genutzt. Hier werden Sandkuchen gebacken und verkauft, es werden Tunnel und Burgen gegraben und nebenbei werden intensive Erfahrungen im Bereich der Wahrnehmung, der Physik, der Kommunikation u.v.m. gemacht.

Das Rollenspiel nimmt auch im Außengelände großen Raum ein, hier dienen Tische und Hocker, Hütten und Rückzugsecken als Basis für intensive Spielerfahrungen.

Bewegungserfahrungen machen Kinder im gesamten Gelände, sie springen, laufen, hüpfen, klettern, balancieren, schaukeln und rollen nach Herzenslust. Unterstützend für vielfältige Bewegungserfahrungen sind hier die Schaukeln, das Klettergerüst, die Hängematte und die Rutschbahn.

Naturerfahrungen sammeln die Kinder automatisch durch das tägliche Spiel draußen, zu jeder Jahreszeit und bei (fast) jedem Wetter. Der Garten verändert sich im Laufe der Jahreszeiten, die Blätter an den Bäumen wachsen, Früchte werden reif und geerntet, Blätter fallen wieder ab und im Winter ist der Garten kahl. Dazu werden unsere vier Hochbeete gemeinsam mit den Kindern bepflanzt und gepflegt. Sie übernehmen Verantwortung und erfahren einen bewussten Umgang mit ihrer Umwelt.

Hier lernen sie etwas über wachsen, reifen, ernten, blühen und vergehen, und sie erfahren mit allen Sinnen den natürlichen Verlauf im Jahreswandel.

 Ergänzende Bildungsräume:

Die Fachkräfte bieten den Kindern zusätzliche, zeitlich und räumlich begrenzte Projekte und Werkstätten an. Dazu gehören die Musikwerkstatt, Besuche im angrenzenden Fort, Singkreise mit Kindern aus allen Gruppen, das Backen, Experimentieren, turnen in den Uniturnhallen, die Kooperation mit den Bewohnern der Bethesda (Menschen mit Behinderung und Senioren) u.v.m. Diese Angebote betreffen immer einen Teil der Kinder, sie sind situationsabhängig, altersentsprechend und die Teilnahme beruht auf Freiwilligkeit.

Erziehungs-und Bildungspartnerschaft

Eltern sind für uns Partner in der Betreuung, Bildung und Erziehung der Kinder. Sie sind die ersten und wichtigsten Bindungspersonen ihres Kindes. Mit dem Wissen über ihre Kinder sind sie die bedeutsamen Experten in der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft. So werden die Erfahrungen von Eltern und das pädagogische Fachwissen der Erzieherinnen miteinander verbunden. Wir leben Erziehungspartnerschaft indem wir Gespräche anregen und somit ein Austausch zwischen Eltern und Erziehern/innen stattfinden kann. Ebenso ist uns wichtig, dass Eltern ihre Themen und Anregungen offen äußern können. Wir wünschen uns die Mitwirkung von Eltern, ermutigen sie zu Vorschlägen und Kritik und suchen gemeinsam mit ihnen nach Möglichkeiten für Veränderungen. Wir sehen unsere Einrichtung als eine Begegnungsstätte, in der Eltern zum Verweilen willkommen sind. Eltern sind immer eingeladen am Alltag und pädagogischen Aktivitäten der Kindertageseinrichtung teilzunehmen.

Zudem ist uns wichtig, dass Eltern ihre eigenen Kompetenzen einbringen, sei es durch z.B. musische/handwerkliche Begabungen oder berufsbezogene Kenntnisse. Damit können sie uns als Fachkräften und ihren Kindern zusätzliche wertvolle Ressourcen erschließen. Die Transparenz unserer Arbeit ist ein weiteres, wesentliches Qualitätsmerkmal, welches sich bei Elterngesprächen, Elternabenden und weiteren gemeinsamen Aktionen zeigt.

Der Elternausschuss, als Vertretungsorgan der Eltern, unterstützt uns durch vielfältige Aktionen (z.B. Organisation von Festen) bei unserer pädagogischen Arbeit.