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Situationsansatz

Die Situation ergibt sich aus der aktuellen und zukünftigen Lebenswelt der Kinder. Dies bedeutet, Kinder in ihren Situationen zu verstehen und die Fähigkeiten der Kinder zu fördern, mit sich selbst, mit Anderen und mit einer Sache gut zurechtzukommen. Der Situationsansatz orientiert sich an den demokratischen Grundwerten und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Seine pädagogischen Ziele Autonomie, Solidarität und Kompetenz umfassen die Ich-, Sozial-, Sach- und Lernmethodischen Kompetenzen.

Autonomie
Wir unterstützen das Kind auf dem Weg zur Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Selbstbestimmung.

Solidarität
Die Freiheit des Einzelnen hört dort auf, wo sie andere behindert. Wir halten die Kinder zu Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Toleranz und Verständnis an und helfen ihnen dabei, Konflikte selbstständig und gewaltfrei zu lösen.

Kompetenzen
Wir gehen auf die Interessen der einzelnen Kinder ein und unterstützen sie mit Material, Raum und Zeit, um ihre eigenen Fähigkeiten und ihr Wissen zu verbessern und ihre Neugier zu erhalten.

Lernen im Alltag

Bildung bedeutet in erster Linie, sich ein Bild von der Welt zu machen. Deshalb brauchen Kinder in ihrem Alltag eine natürliche Umgebung in welcher sie die Dinge des täglichen Lebens begreifen können.
Kinder lernen nur, indem sie sich beteiligen. Kinder werden bestärkt ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten und sich aktiv im Kita Alltag zu beteiligen. Sie erfahren in konkreten Lebenssituationen, was für das Zusammenleben in der Gemeinschaft wichtig ist und warum das so ist. Im Alltag lernen Kinder durch ständig wiederkehrende Handlungen und Abläufe, Zusammenhänge zu verstehen und zu verinnerlichen, z.B. beim gemeinsamen Tisch decken lernen Kinder das Zählen und entwickeln nach und nach ein Zahlenverständnis.

Besonders die Sprachentwicklung basiert auf der regelmäßigen Kommunikation mit Sprachvorbildern.
Sprache ist von größter Bedeutung für alle zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie entwickelt sich von Geburt an. Durch die Sprache entwickelt das Kind seine Persönlichkeit und seine Identität. Eine wichtige Voraussetzung für die kindliche Entwicklung und das Lernen ist die sichere Beherrschung der Sprache, die sich im Laufe des Lebens immer weiter entwickelt.

Durch die persönliche Begrüßung am Morgen und die emotionale Zuwendung findet der erste kommunikative Austausch zwischen uns und den Kindern statt.
Aktives Zuhören gibt den Kindern das Vertrauen und die Sicherheit mit uns über Wünsche, Gefühle und Erlebnisse zu sprechen. Bilderbücher, Geschichten, Fingerspiele und vieles mehr unterstützen die sprachliche Entwicklung der Kinder.

Unser offener Umgang mit Buchstaben und das Kennzeichnen mit Namensschildern sind erste Anregungen für den späteren Schriftspracherwerb. Viele unserer Spielsachen und Objekte sind mit den dazugehörigen Namen gekennzeichnet. Das Schreiben des eigenen Namens ist das Erste aktive Interesse an der Schriftsprache.
Wir geben den Kindern im Alltag ständig Gelegenheiten sich aktiv und passiv an Gesprächen, Erzählungen und Geschichten zu beteiligen.
Zudem findet einmal in der Woche ein Gesprächskreis statt. Die Kinder können hier über ihr Erlebtes berichten oder einfach nur zuhören.

Die Kinder haben außerdem die Möglichkeit mit anderen Kindern und den Familien innerhalb der Kita in ihrer Familiensprache zu kommunizieren und sich somit auch in dieser stets weiter zu entwickeln.

"Sprache ist das mächtigste Werkzeug der menschlichen Entwicklung"
Maria Montessori

Interkulturalität

"Das Anderssein der anderen als Bereicherung des eigenen Seins begreifen; sich verstehen, sich verständigen, miteinander vertraut werden, darin liegt die Zukunft der Menschheit"
Rolf Niemann

Durch das genaue Erkunden und Einbeziehen der persönlichen Lebenswelt der Familie als Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit, setzen wir uns mit den Bedürfnissen, Traditionen, Werten und Normen der verschiedenen Kulturen auseinander.
In Gesprächen mit Kindern und Eltern, sowie im Alltag werden diese Aspekte von den pädagogischen Fachkräften erkannt und berücksichtigt.
Die Prinzipien Gleichheit und Anerkennung sind dabei von großer Bedeutung. Unabhängig von Kultur oder Herkunft werden die Familien gleichwertig behandelt.
Jedes Einzelne Kind soll Achtung vor seiner Kultur und seiner Sprache erfahren können. Dem Kind soll das Gefühl vermittelt werden, dass es so angenommen wird, wie es ist.
Die Kinder haben die Möglichkeit, Erfahrungen mit anderen Gewohnheiten, Traditionen und Handlungsweisen zu machen und sich ihrer eigenen Herkunft bewusst zu werden und dadurch eine positive Identität aufzubauen.
Auch in den Räumen und in der Auswahl der Spielmaterialien wird der Aspekt der interkulturellen Arbeit deutlich. So finden die Kinder in der Rollenspielecke z.B. Puppen mit verschiedenen Haut- und Haarfarben, Bilderbücher die unterschiedliche Kulturen und Familienformen darstellen, Musik aus verschiedenen Ländern.
Im Eingangsbereich der Kita findet sich eine Familienwand. Hier hat jede Familie die Möglichkeit, anhand von Fotos, Zeichnungen ihre Familie darzustellen. Unterschiede und Gemeinsamkeiten werden deutlich und akzeptiert.

Pädagogische Fachkräfte

Die Fachkräfte stehen in ständigem fachlichem Austausch und setzen sich mit ihrem pädagogischen Handeln selbstreflektierend auseinander, um die pädagogische Arbeit stetig weiterzuentwickeln. Dabei werden in den wöchentlichen Teamsitzungen auch die neuesten pädagogischen Erkenntnisse diskutiert und fließen in den Alltag mit ein. Darüber hinaus dienen die regelmäßigen Fortbildungen dem weiteren Wissenserwerb und der Unterstützung der pädagogischen Arbeit mit den Kindern. An den Konzeptionstagen werden die Inhalte der Arbeit reflektiert, überarbeitet und festgeschrieben.

Berliner Eingewöhnungsmodell

Der Übergang aus der Familie in die noch unbekannte Kindergruppe bedeutet für jedes Kind eine große Herausforderung an seine Fähigkeit, sich an neue Umgebungen anzupassen und Beziehungen zu fremden Personen aufzubauen. Das Kind wird mit unbekannten Räumen, fremden Erwachsenen und anderen Kindern konfrontiert. Es muss sich an neue Situationen, einen veränderten Tagesablauf und an die tägliche mehrstündige Trennung von den Eltern gewöhnen. Dies fordert von dem Kind Lern- und Anpassungsleistungen ab, die auch für ältere Kinder mit erheblichem Stress verbunden sein können.
Alle Kinder bauen in ihren ersten Lebensmonaten besondere Beziehungen zu den Menschen in ihrer engsten Umgebung auf, in der Regel sind dies die Eltern. Diese Beziehungen heißen "Bindungen" oder Bindungsbeziehungen". Besonders in Stresssituationen (unter anderem: fremde Umgebung, fremde Personen, aber auch Schmerz, Erkrankung etc.) benötigen die Kinder die Anwesenheit und die Aufmerksamkeit solcher "Bindungspersonen" um ihr inneres Gleichgewicht halten oder wieder herstellen zu können.
So suchen die meisten Kinder bei Irritationen die Nähe oder den Kontakt zur Bindungsperson. Auch Kinder die keine Unsicherheiten zeigen sind deutlich entlastet, wenn in fremden Situationen eine Bindungsperson anwesend ist.
Ist in einer solchen Situation keine Bindungsperson anwesend, kann das durch Irritation oder Angst ausgelöste Verhalten wie Weinen oder Unsicherheit lange Zeit andauern. Ein solcher Beginn von Tagesbetreuung belastet das Kind und kann zu erheblichen Verzögerungen führen. Nur durch den langsamen Einstieg und das allmähliche Wachsen entsteht eine konstante Bindung zu der noch "fremden" Erzieherin.

Ziel des Modells ist es, in Kooperation mit den Eltern dem Kind unter dem Schutz einer Bindungsperson das Vertraut werden mit der neuen Umgebung und den Aufbau einer Bindungsbeziehung zur Erzieherin zu ermöglichen. Abgeschlossen ist die Eingewöhnung, wenn die Erzieherin als sichere Basis akzeptiert wird und das Kind sich von ihr trösten lässt.

Erziehungspartnerschaft und Bildungspartnerschaft

Die Grundlage für die pädagogische Arbeit ist die Zusammenarbeit der Fachkräfte mit den Eltern. Eltern sind die ersten Bindungspersonen des Kindes und somit die Experten in allen Dingen, die das Kind betrifft.
Einmal im Jahr findet ein Entwicklungsstandgespräch statt, hierzu werden Beobachtungen, die über das vergangene Jahr schriftlich dokumentiert wurden, an die Eltern weiter gegeben. In unserer Einrichtung legen wir großen Wert auf einen offenen Austausch, gegenseitige Wertschätzung und eine gemeinsame Arbeit mit Eltern. Unter diesen Voraussetzungen kann es gelingen, die besten Bildungsangebote für die Kinder zu gestalten.
Die alljährliche Wahl der Elternvertreter/innen ist ein weiterer wichtiger Schritt zu regelmäßiger Kommunikation und konstruktiver Zusammenarbeit.

Bildungs- und Lerndokumentation

"Regelmäßige und gezielte Beobachtungen und ihre Dokumentationen sind die Basis im Pädagogischen Alltag der Erzieherinnen und Erzieher, um Kinder wirksam in ihren Bildungsprozessen zu unterstützen. Beobachtung und Dokumentation dienen als grundlegendes Instrument der Arbeit der Einrichtung und als Grundlage für das Gespräch mit den Eltern über die individuelle Entwicklung des Kindes....." ( Bildungs-und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten in Rheinlandpfalz,S.178,2.5)

Jedes Kind der Einrichtung besitzt einen Dokumentationsordner auch Portfolio genannt. Das Portfolio setzt sich auseinander mit der eigenen Person, den Interessen, Stärken, Erlebtem, Schönem und Besonderem. Es dient als Kommunikationsmedium, durch das gemeinsame Bearbeiten und Betrachten entstehen Gespräche mit dem Kind. Das Portfolio zeigt Lernerfolge und Entwicklungsfortschritte, daher bietet es eine geeignete Grundlage für Entwicklungsgespräche, welche Fachkräfte und Eltern führen.
Das Portfolio zeigt die Beziehung zwischen dem Kind und seiner Lebensgeschichte, sowie Beziehungen zu Personen, die dem Kind wichtig sind.
Autor/in des Portfolios ist das Kind selbst, sowie die Bezugserzieherin. Auch die Eltern können sich mit in die Arbeit am Portfolio einbringen. Und z.B. eine Seite über die Familie gestalten. Die Erzieherin macht Fotos, schreibt Briefe an das Kind, unterstützt es beim Sammeln und Ordnen von Dokumenten, hält Aussagen des Kindes zu Fotos fest und schreibt Lerngeschichten